Deckenpfronn
14. Mai 2012
Wir haben(s) gestern tatsächlich gepackt und sind tatsächlich ein Stückchen weiter gekommen – bis Deckenpfronn, wo Thomas’ Bruder wohnt. Von dort aus wollen wir dann Richtung Süden fahren. Erstmal bis zum Bodensee.
Wir arbeiten derzeit daran, diesen Webauftritt aufzubauen und zu gestalten.
14. Mai 2012
Wir haben(s) gestern tatsächlich gepackt und sind tatsächlich ein Stückchen weiter gekommen – bis Deckenpfronn, wo Thomas’ Bruder wohnt. Von dort aus wollen wir dann Richtung Süden fahren. Erstmal bis zum Bodensee.
11. Mai 2012
Nachdem uns unsere „Weltreise“ immer wieder nach Oberalfingen führt und wir noch nicht weiter gelangt sind, kommen wir zu der Erkenntnis: Der Nabel der Welt muss in Oberalfingen sein.
Man findet hier auch einiges von dem, was man zum Glück braucht – vor allem im Mai: Das Tal ist satt grün und voller Frühlingsblüten und die Apfelbäume sehen aus wie weiße Wolken. Wir stellen unseren Campingtisch in Omas Garten auf.
Beim Maifest treffen wir gute alte Freunde und nette neue Bekannte. Die Kinder sind mit ihren Spielkameraden vom Kindi unterwegs, machen in der Mainacht „Streiche“ und freuen sich, wenn ein Traktor durch die über die Straße gespannten Klopapiersperren fährt. Omas Gardadierle wird ausgehängt, findet sich aber im Garten wieder.
Thomas baut mit Juliane und Frederik eine Schaukel im Wald. Die Kinder klettern auf Bäume (Suchbild!) und machen mit dem Kindi einen Spaziergang im Tal. Wir gehen abends Milch holen und das „Urlaub-auf-dem-Bauernhof“-feeling wird perfekt, als Frederik einen gebrauchten Traktor geschenkt kriegt. Jetzt kann er auch endlich „Schlebbr“ fahren.
Aber eigentlich wollten wir ja auch noch ein bisschen von den anderen Teilen der Welt sehen. Ob das wohl noch klappt…?

25. April 2012
Mainz war unsere nächste Station nach Geisenheim. Dort lebt mein Bruder Georg, mit dem wir am Rheinufer im Aprilregen frühstückten. Der Apfelbaumzweig, den uns Thomas’ Schwester Rosemarie bei der Abfahrt mitgegeben hatte, leuchtete gegen den trüben Himmel.
Georg ist Profi-Musiker – Pianist, Komponist, Arrangeur – und wir konnten die Steckdosen in seinem Proberaum auf dem ehemaligen Flughafengelände in Mainz-Finthen nutzen (dort im Bild: Saxophonist Chris Zimmer). Georg hat gerade ein neues Klavier-Lehrbuch veröffentlicht, mit dem man sowohl Noten als auch Akkorde lernt (www.georgboessner.de). Hätte ich so etwas mal früher gehabt, hätte ich vielleicht nicht so schnell die Lust am Klavier spielen verloren…
Da die Akkus noch nicht voll waren, fuhren wir zur nächsten Lade-Station in Groß-Gerau beim Überlandwerk. Dort warb eine schicke Ladesäule: “Zukunft tanken!”

Es funktioniert eigentlich ganz einfach: Stecker rein, Tür zu, Strom läuft. Doch zusammen mit den Experten des ÜWG stellten wir fest, dass sich die Tür nicht schließen ließ, wenn der Stecker drin war. Es sei zwar schon mal einer da gewesen (ein Schweizer), aber seitdem wurde die Säule umgebaut…

Die ÜWGler reagierten sehr unkompliziert und ließen uns auf ihrem Betriebshof laden. Frederik war angesichts der Gabelstapler, Kabel und Fahrzeuge dort ganz aus dem Häuschen. Wir gingen im Städchen bummeln, das eigentlich auch ganz nett ist, und abends kam extra ein Mitarbeiter von ÜWG, um uns aus dem Betriebshof zu lassen.
Über den Odenwald und die fränkischen Berge nahmen wir Kurs auf Schwäbisch Hall. Doch immer wieder passierte es, dass der Motor unseres Elektromobils plötzlich so weit herunterregelte, dass wir innerhalb von Sekunden langsamer wurden und schließlich stehen blieben. Dies passierte meist am Berg, manchmal auch schon bei leichten Steigungen, zweimal kamen wir dadurch in echt kritische Situationen! Thomas hatte dieses Herunterregeln schon zuvor einige Male festgestellt und deshalb auch einen Besuch in Zell bei efa-s eingeplant – wir müssen unbedingt feststellen lassen, was die Ursache ist.

In Schwäbisch Hall gab es eine ganz außergewöhnliche “Tankstelle”: eine Steckdose in der Mauer eines Nullenergiehauses, das wie ein auf die Kante gestellter Würfel aussieht. Wäre sicher auch innen interessant…
Am Kocher entlang schwebten wir dann lautlos nach Oberalfingen zur heißgeliebten Oma.
27. April 2012
Auch wenn es Stunden vorher noch nicht so aussah: Ja, wir sind tatsächlich losgekommen.
Wir starteten mit einer gemütlichen Fahrt am rechten Rheinufer entlang und – wahrhaftig – kamen sogar schon weiter als Koblenz!
Mit nur noch 0,5 kwh im “Tank” landeten wir in Geisenheim an der Stromtankstelle direkt vor dem Dom. Ein super gemütliches Städtchen – hätten wir das ohne Elektroauto je entdeckt?
Die nächsten Tage machten wir Station in Mainz, Groß-Gerau, Buchen bei Amorbach (!), Schöntal, Schwäbisch Hall und sind inzwischen wieder in Oberalfingen – davon später mehr Bilder.
21.04.2012
Wir fahren heute los!!!
Waren jetzt vier Wochen in Bonn und haben schon im Bus gewohnt. Was haben wir die ganze Zeit gemacht?
…
puh!
Aber egal, wie spät es wird – 24, 29 oder 31 Uhr – jetzt starten wir endlich!!!
21. März 2012
Bei meinem Blitzbesuch in Bonn vor zwei Wochen haben wir beschlossen, dass der Bus jetzt fertig werden muss und dass wir endlich los wollen – und zwar alle zusammen.

Also fahren die Kinder und ich morgen nach Bonn. Dann packen wir den Bus voll, erledigen die letzten Dinge, sagen den Freunden “Ade” (was ja alles auch noch ein bißchen dauern kann) und starten dann hoffentlich bald zu unserer nicht mehr ganz so großen Reise (siehe Startseite bzw. “Willkommen zur Solarmobilreise”).
Die Kinder haben sich schon mit ihren besten Freunden verabredet und freuen sich riesig auf sie und auf den Papa. Thomas trifft noch letzte Vorbereitungen, um den Bus alltagstauglich und bewohnbar zu machen, und ich werde wohl trotz der unbedingt notwendigen Treffen mit lieben Freundinnen noch Zeit zum Packen, Organisieren und Ordnung schaffen finden.
Ab morgen werden wir also richtig im Wohnmobil wohnen. Es steht zwar noch auf einem Parkplatz hinter dem Haus, aber irgendwie geht doch die Reise damit schon los.
Bis bald!!!
Fast fünf Monate waren Juliane und Frederik nun im „Kindi“ in Oberalfingen. Ein kleiner, feiner Kindergarten, so idyllisch wie man es sich nur vorstellen kann: Mitten im Dorf, in einem roten Backsteinhaus, wo früher die Schule war.
Anfangs haben sie kaum etwas verstanden, denn hier wird echt schwäbisch gschwätzt. Inzwischen schwäbeln beide au a bißle, lassen die Endungen bei den Verben weg (schlafe, gehe, esse), und sagen z.B.: „i koo des nedda“.
Gelernt haben sie aber auch noch vieles andere. Zum Beispiel, sich schneller anzuziehen (was war das auch oft für eine Trödelei!). Juliane als Vorschulkind durfte einige Experimente mitmachen, z.B. mit Magneten, Strom oder Feuer. Frederik beeindruckte vor allem der Besuch bei der Feuerwehr und die Erscheinung eines leibhaftigen Polizisten, sogar mit Polizeiauto.
Einmal pro Woche war „Waldtag“, der allerdings im Winter leider oft ausfiel. Die Kinder wandern dann ins Tal hinaus und erklimmen einen steilen Hang im Wald. Dort gibt es ein „Waldsofa“, wo die Kinder ihr Vesper vertilgen, sowie hohle Baumstümpfe und Zwergenhöhlen.
Inzwischen haben sich auch erste Freundschafts-Bande geknüpft und sowohl Juliane als auch Frederik durften zu anderen Kindern nach Hause gehen oder mit ihnen auf der Straße spielen. Tja, direkt schade, dass wir bald abreisen – aber auch schön, denn dann können sie ihre Spielkameraden treffen, wenn wir mal wieder bei der Oma zu Besuch sind.
20. März 2012
In unserem schwäbischen Dorf steht auf fast jedem zweiten Dach eine Solaranlage. Manchmal für solare Wärme, meist als Photovoltaik-Anlage zum Strom produzieren. Hier in Baden-Württemberg ist die Sonneneinstrahlung allerdings auch optimaler als z.B. in NRW.

Leider sind die Fördermittel für Solaranlagen nun bundesweit wieder deutlich gekürzt worden. Schade, finden wir, denn im Prinzip hat mit Solarzellen jedes Häuschen sein eigenes Kraftwerk auf dem Dach sitzen und braucht (bei konsequent dezentraler Stromproduktion) weniger Überlandleitungen.

Auf der Solarmobilreise haben wir ja auch unser “Kraftwerk” auf dem Dach. Unseres Wissens ist dies tatsächlich das global erste Solar-Wohn-Mobil der Welt. Damit sind wir Pioniere – schon ziemlich verrückte, aber ohne die “Verrückten” bewegt sich ja oft nix.
Muß echt bewundern, dass Thomas sich nicht beirren lässt, das Solarmobil trotz vieler Widrigkeiten komplett selbst konstruiert hat und damit auch beweist, dass die Entwicklung viel weiter sein könnte, als die großen Automobil- und Elektrokonzerne behaupten. Klasse, Thomas!
